Historienreise durch die Zeit. Meerane 19. – 21.05.2018

Ein wirklich kurzer Bericht.

 

Wie schreibt man kurze, sehr, sehr kurze Tourberichte? Schritt eins, man fahre nicht mit der Deutschen Bahn. Ohne Scherz. Jetzt mal davon abgesehen, daß ein gewisser deutscher Autovermieter seine Preise über die Jahre hinweg unverschämt erhöht hat (ich werde jetzt nicht den Namen Sixt nennen, da man es ja als versteckte Werbung, oder ähnliches deuten könnte), legt man einfach genügend Plastik auf den Tisch, welche die Abfallmenge eines mittelgroßen Industrielandes simulieren könnte, schnappt sich (wie in meinem Fall) einen Neuwagen und eigentlich endet damit dieser nervige, alles genau auf die Minute zu planende, stets nach hinten losgehende Bahnumsteigemarathon mit nach hinten offenen Verspätungen.

Vor allem bei so einer Metropole wie Meerane! Für die sehr wenigen unter euch, die nicht sofort wissen, wo sich dieses Handelszentrum befindet, lasst es mich so erklären: Wären wir im Star Trek Universum, hätte sich dort der Maquis versteckt. Im Star Wars Universum hätte man genau dort die Clonkrieger Gebäudekomplex des Schloß Wolkenburg in Wolkenburg im Bundesland Sachsengezüchtet. Dorthin würde man fliehen, damit einen selbst der Doctor nicht mehr findet. Die letzten Einhörner sollen dort gesichtet worden sein. Braucht man ein Plätzchen für Menschen im Zeugenschutzprogramm, dort wäre der passende Ort. Dort befindet sich der Tunnel zu den Freagles. Saruman würde genau dort beginnen, seine Armeen zu erheben. Eliot der Drache müsste sich dort nicht verstecken, da ihn niemand sehen würde. Eigentlich ist das Bielefeld.

Wenn einem das dann immer noch zu stressig und belebt ist, geht man in das ländliche Limbach-Oberfrohna.

Mit der langsam kriechenden, paradoxe Wege schlängelnden Aluminiumschlange ist man da schon einmal von Dortmund aus lockere 8 – 12 Stunden unterwegs (ohne Verspätungen!), dafür ist es nicht wirklich wesentlich günstiger, als wenn man sich einfach einen Wagen mietet… mit dem man bei freier Bahn und lockerem Fuß keine fünf Stunden braucht.

Um eine kurze Geschichte kurz zu erzählen: Mietwagen genommen. Schnelle Anreise gehabt, keine Probleme.

In Meerane angekommen präsentierte sich mir ein kleiner, aber liebevoll gestalteter Markt, in und um das Schloss Wolkenburg (was ein grandioser Name) herum. Auch hier bewahrheitete sich das Sprüchlein: Es ist egal wie weit man rennt, wohin man flieht, man begegnet Menschen die man kennt. In diesem Fall die netten Kollegen von Heiter bis Folkig, welche musikalisch den Markt die ersten Tage belebten (und welche lustigerweise Romane über ihre eher stolprige Anfahrt schreiben könnten). Die Akustik des Schlosshofes eiskalt ausnutzend, flüsterte ich beinahe meine Geschichten daher (oder immitierte das Horn von Helm Hammerhand, ihr wisst schon, das in der Hornburg).

Die Sonne meinte es mehr als gut mit uns und erzeugte eine durchschnittliche Temperatur wie in der Wüste Gobi.

Ganz nebenbei Akustik. So vorteilhaft sie für mich war, verstärkte sie infernalisch den donnernden Knall der Arkebusen (Historienmarkt heißt ja nicht Mittelaltermarkt und so waren halt auch einige Darsteller von Wallensteiners Lärmschergen anwesend). Wackener wären schon ein wenig überrascht gewesen.

Durch die meisten Tage führte der meisterhafte Theo, der Reimsprecher. Preußisch akkurat mit bissigem Humor und steifer Miene (danach übernahm ein Herold für den genaue Uhrzeiten mit der Monduhr berechnet werden, was tagsüber halt nicht immer so genau geht).

Man wird im übrigen alt, wenn man das abendliche Lagerfeuer durch ein gemütliches Teetrinken in der Küche der zur Verfügung gestellten Ferienwohnung ersetzt (aber sie war wirklich, wirklich nett und die Mädels schlugen sich so lustig um die Plätze in der Badewanne [die logischerweise im Bad war, deshalb ja Badewanne und nicht Küchenwanne])… Wie es sich für eine Schar Musiker gehört, plätteten wir den kompletten Lagerbestand (klingt nun auch nicht so abenteuerlich, wenn man weiß das es sich um Tee handelte und nicht um den Bestand des Weinkeller des Vermieters).

Selbst als am nächsten Tag die Gruppe wechselte, wurde nicht einmal eine Flasche geleert (beinahe rufschädigend).

Selbst wenn ich verzweifelt suchen würde, es gab einfach nichts zu meckern, oder überdramatisiert zu umschreibende Tragödien. Alles lief rund und war rundum zufrieden stellend.

Der Wagen, nach der Abgabe nun mit viermal so hohen Kilometerstand wie zu dem Zeitpunkt, als ich ihn entgegennahm, hielt seltsamerweise auch ohne Probleme durch.

Tjoa… Ende.

Danke Heiter bis Folkig und Irregang für die nette Gesellschaft und langen Gespräche.

Danke Uli für die Einladung (nächstes Jahr sehr gerne wieder) und nicht zuletzt, danke an alle welche diesen Ort, versteckt in verstaubten Bücher, dessen Namen man nur noch in alten Legenden und Sagen murmelt, dort wo Kompasse beinahe nicht mehr funktionieren, dann doch gefunden haben und den steilen Berg hinauf kraxelten, um uns zu lauschen.

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Sagenfest Kammerstein 04. – 06.05.18

Urzeittiere mal anders.

Wenn schon eine eher kurze Fahrt (wie z.B. nach Schiffenberg) zu einem echt trickreichen und kräftezehrenden Spießrutenlauf werden kann, was kann denn dann schon schief gehen, wenn man die Strecke einfaDSC06132-ach mal verdoppelt?

Nichts!… oder so.

Die Reise führte mich dieses Mal in das schöne Bayern (bevor das neue Polizeigesetz verabschiedet wurde, war das noch ein sicheres Reiseland [hach… die gute alte Zeit, bevor es ein Polizeistaat wurde]). Da aber selbst so mancher Bayer nicht mag, daß er halt ein Bayer ist, nennen wir es einfach mal Mittelfranken. Nach Kammerstein sollte es gehen. Direkt am namentlich wohlklingenden Heidenberg… im Kirchenstaat äh Freistaat Bayern… in einer Gemeinde die so heißt, wie der Kerl der Hostel geschrieben hat (dieser Streifen über die Gastfreundschaft der Slowaken) und sich Barthelmesaurach eingemeindet hat (diese Information gebe ich lediglich, da ich finde das man einen Namen wie Barthelmesaurach durchaus mal erwähnen sollte. Einfach mal auf der Zunge zergehen lassen: Barthelmesaurach. Ein Örtchen in Deutschland… gut, Bayern).

Leider war ich wieder genötigt, mit der Bahn zu fahren, jedoch lief auf der Hinfahrt kaum etwas schief (wenn man mal von dem Preis und der 6,5h Fahrt absieht), so dass ich nach wie vor dermaßen geschockt bin, kaum etwas über die Hinfahrt berichten zu können (dafür gibt es einen Rückweg).

Keinen Moment zu früh angekommen, hatte ich alle Zeit der Welt, in Ruhe den Technikern zuzusehen, wie sie die Bühne verkabelten, hier und da beim Errichten von Absperrungen zu helfen, die ersten Einkäufe auf dem Markt vor der Eröffnung zu erledigen und festzustellen, wie viel Zeit man eigentlich hat, wenn man Verspätung mit einberechnet hat, diese dann aber ausbleibt.

Allerdings bot mir das ebenfalls genügend Möglichkeit, den recht einzigartigen Backstage zu durchstöbern. Ja, zu stöbern, denn streng genommen war es nichts anderes, als ein übergroßer Bücherschrank (Bookcrossing). 20180504_150006Mein Herz schlug höher und sollte Langeweile mit ihrer Anwesenheit drohen, gäbe es genügend Möglichkeiten zum ablenken und Seele baumeln lassen. Vor allem wenn man so manche Schätze dort findet.

Diese blieb jedoch abwesend, dafür beehrte uns trockene Hitze mit ihrer Gesellschaft.

20180506_113554Dieser kleine, nette Markt überraschte mit einigen Dingen. Nebst dem idealen BoH für einen Geschichtenerzähler, konnten wir am Freitag Corvus Corax begrüßen. Die Urgesteine des Sacklärms bauten dann auch bei der Markteröffnung auf. Mehr Zeit für mich, den Backstage zu durchstöbern. Meine tiefgehende Liebe zu Dudelsäcken ist bekannt, bei Corvus wird es allerdings von einem Paradoxon durchzogen.

Belesene werden wissen, daß Dorian Gray im Hause von Lord Henry immer wieder zu einem gewissen, gelben Büchlein griff (was witzig ist, denn in einem meiner Lieblingsromane wird einer meiner Lieblingsbücher unnamentlich erwähnt [der Roman, ohne Plot]). Mir ging es ähnlich, mit einer gewissen gelben CD, bestückt mit einem leicht freizügigem Cover. Ante Casu Peccati. Da waren die Kolkraben noch beinahe Küken, allerdings trieb mich diese Scheibe dazu, ebenfalls „Live auf dem Wäscherschloss„ zu erwerben (passend zur Jahrtausendwende). Diese CDs wurden aktiv, aber auch passiv beim Pen n Paper spieler hoch und runter gehört. Zu der Zeit, fand ich „Dudelsack“musik noch wirklich gut. Das war, bevor man es Dudelsack“musik“ schreiben musste. Später stellte sich heraus, daß diese Machtwerke um sich griffen und als Bibel, als Manifest der Tröten und schiefen Töne diente. Die gefürchteten Big Five, genau so arrangiert nur in ungestimmt, würden mich Jahrzehnte begleiten und als wäre das nicht genug, zogen sich die zukünftigen Sackbands auch noch genau so an und, bevor es allzu innovativ wird, benutzen exakt die in brüchigem Stein niedergemeißelten, äh, auf eine CD gepressten Ansagesprüche. „Handgeklapper“, „Allzu flachen Erdenscheibe“, all der Dreck. Säcke und Davul, dazu die alte Setlist der Berliner, wie aus der Retorte geklont.

Hüstel

Dafür kann niemand von Corvus Corax irgendetwas (ich habe sie gefragt), es hinterließ bei mir dennoch seit je her einen bleiernen Beigeschmack. Nach wie vor habe ich Hochachtung vor den Jungs (die ganz nebenbei mehr als fähige Musiker und zudem noch wirklich nett sind [ich habe sie gefragt und sie meinten, ich solle es so schreiben <nein.. sind sie wirklich>]), dessen Name sich wie ein Mahnmal auf den Märkten und deren Bühnen setzt und die Tatsache, daß so viele sie nachahmen und nach wie vor so viele ihrer Arrangements übernehmen, spricht für sich (und zwar das so wenige kreativ sind 3:) ); Nichtsdestotrotz entfesselte es ein akustisches Ungetüm, einen lärmenden Baal, hörbar jedes Sommerwochenende auf hach so vielen Märkten.

Der Auftritt von ihnen am Freitag Abend war ganz nebenbei dennoch wirklich cool (wenn man denn Dudelsäcke mag […ich höre ja schon auf]).

Der Markt sollte mich weiter überraschen. Meine Unterkunft war ein schickes, kleines Gemeindehaus und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, mein Quartier auf der Bühne, neben dem Kreuz zu errichten (ich fand es irgendwie passend). 20180504_234713So schlief ich ruhig, friedlich und alleine ein, wartend der Dinge, die da kommen mögen. Sie ließen nicht lange auf sich warten. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber es war ungefähr drei Uhr morgens, als alle drei Adjektive roh, in Form einer anrümpelnden Band niedergetreten wurden. Fuchsteufelswild betraten den Plan. Nachdem sie irgendwann merkten, sie sind nicht die einzigen im Raum, reduzierten sie, höflich wie sie sind, die Lautstärke.

Kennt ihr Theaterstücke, in denen die Schauspieler so flüstern, daß es dennoch die letzte Reihe deutlich hören kann? Ungefähr so. Jedoch haben die netten Kollegen mich dann auch mit Kaffee am morgen beliefert. 31949400_449694868800745_5800076793188712448_nFair enough. Allgemein kann man sagen, daß wir zusammen wirklich Spaß hatten. Basti und meine Wenigkeit überlegten, woher wir uns kennen (kamen dann auf ein Festival, um 2008, als ich noch als Musiker tätig war), mit dem Rest wurde wild philosophiert und die Tage als Frohsinn tituliert.20180505_142918

Allgemein hatten die Tage so einiges zu bieten. Der 04.05. wurde wirklich ausgekostet (Star Wars Day und hey, eine Feuershow mit Laserschwertern sieht man auch nicht jeden Tag), am Samstag tauchte noch ein anderes Urgestein der Szene auf. Die, ich würde mal tippen meist gecovertste Band auf Märkten, Streuner gaben sich die Ehre (von denen ich sowohl erfuhr, es gibt alkoholfreie Cocktails auf dem Markt [geiles Zeug bei der Hitze], als auch, daß man zur Sicherheit dreimal sagen sollte, daß man wirklich alkoholfrei meint, wenn man alkoholfrei bestellt [an dieser Stelle viele Grüße an die „Wandelbar“, füllt gerne Miri weiter ab ;)]), Daß dortige Spezi hatte den passendsten Namen für einen Erzähler überhaupt, für mich gab es ein Stagehopping extreme, als es für einige Stunden zur Ofenplatte (wieder so ein grandioser Name), 20180506_143106mitten im Wald ging und damit nicht alles das gesamte Wochenende zu stoisch wirkt, taten wir so, als wären einige der Abläufe pur improvisiert. Alles sehr schön und erinnerungswert (das kann man bei Weitem nicht immer sagen). Wirklich gefreut hat mich, daß ich Kollegen mal wieder begegnet bin, die man eher selten bis gar nicht trifft. Alles in Allem kann ich nur mit ernstgemeinter Ehrlichkeit sagen, sehr schöner kleiner Markt mit erschreckend guter Künstlerpräsenz. Ich hoffe, ich sehe euch nächstes Jahr dort wieder.

War noch etwas?
Oh ja, klar, der Rückweg.

Irgendwie vertraute ich, trotz des reibungslosen Hinweges immer noch nicht der Bahn (da Pünktlichkeit immer noch eine überraschende Ausnahme ist). Also nahm ich mit Hilfe des Merchs von Fuchsteufelswild der DB so einiges an Arbeit ab. Bis Bonn ging es mit dem Wagen voran. Das ist mehr als 4/5 der Strecke! Da allerdings schlug sie mit all ihrer bekannten Gewalt zu. Als wäre die DB der flüchtenden Kundschaft nachtragend, erschien sie einfach nicht. Die Verspätung mitten in der Nacht, wurde lustig länger und länger (aus „Abfahrtszeit“ machte man dann kurzerhand eine „Prognose“). Um einen das warten zumindest ein wenig zu erleichtern, war der Bahnhof eher eine brache Baustelle, aber immerhin gab es kein W-Lan, oder andere Ablenkungen. Dafür allerdings, als der Zug dann endlich erschien, direkt in den ersten drei Minuten direkt zwei Kontrolleure, jeweils begleitet von einem Security (sonntags nach zwei Uhr… anscheinend eine Stosszeit für Schwarzfahrer). Insgesamt schaffte es der alte Freund die Bahn es so hinzubekommen, daß ich mir keine Gedanken um Nachtbusse, oder Taxis zu machen brauchte, denn als ich endlich in Dortmund ankam, fuhren wieder die normalen Züge. Kann man ja auch mal positiv sehen.

Wie auch immer, schön war es doch.

Danke an Eisbär und Julia für die Orga. Gerne nächstes Jahr wieder.

Ebenfalls Dank an Pfarrer Merz für die Gastfreundschaft.

Special Thanks to

Corvus Corax (die Band, deren Lieder ihr von den anderen Sackbands alle kennt)

Die Streuner (die Band, deren Lieder ihr von jeden Barden am Lagerfeuer kennt)

Fuchsteufelswild (die Band, dessen Namen ihr euch merken solltet)

Kerry Balder (der Star Trek Fan, der Star Wars Feuershows macht 😉 )

ImmernochFrank (der, der immer noch Frank ist)

Fairytales gone crazy (die Gruppe, die Laserschwerter hat, wenn man mal welche braucht)

und… wenn ich ehrlich bin, ohne mich, wäre der Markt für mich auch nur halb so schön gewesen. 😉

Schiffenberg 14.-15.04.2018

Murphys Law in Reinkultur… und Pech kam dann auch noch dazu.

Wer meine Tourberichte auch nur sporadisch liest weiß, es geht eigentlich nie um die Auftritte als solches. Warum auch? Es wäre albern niederzuschreiben was ich wie und wem, auf was für eine Art und Weise erzählte. Schlimmer noch wäre natürlich, wenn ich, einer Band gleich, über den tollen Ablauf reden und dabei nicht vergessen würde, wie einmalig und unschlagbar das Publikum mal wieder wahr. Zum einen untergräbt man seine eigene Glaubwürdigkeit („So etwas haben wir noch nie erlebt“, „Ihr seid die Besten“, „Das war so einzigartig!“… bei jeder Location… blah… ), zum anderen behandelt man seine Fans, Freunde, Zuhörer wie Idioten (die lesen ja dann auch stets wie oft man wen lobt…). Ich konzentriere mich in der Regel auf die Dinge, die um das Geschehen herum passieren. Den Kontext wenn man so möchte und gebe einen kleinen Einblick, was man als Künstler ab und an so erlebt (gemäß meiner Erfahrung passiert halt immer etwas skurriles).

Da ich zur Zeit noch (das wird sich nun im nächsten Monat ändern) meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, sorgt deren Zuverlässigkeit in ihrer Unzuverlässigkeit eigentlich für genügend Stoff, um ganze Bücher zu füllen. Regelmäßiges Fahren mit der Deutschen Bahn ist als solches nichts anderes, als ein Versuchsaufbau zur Überprüfung von Murphys Law anhand von Pünktlichkeit im Verkehrswesen. Fügt man diesem Versuch nun noch Zeitdruck und ärgerliche Abhängigkeit hinzu, könnte man beinahe heuristische Feldversuche zu Finagles Law (wie Murphys Law, nur mit dem Zusatz das es zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt schief gehen wird) durchführen. Doch all den Trubel mit der Bahn kann man vernachlässigen, denn Schiffenberg hat seit Jahren für mich einen immensen Vorteil: Ich fahre nicht mit der Bahn dort hin! Somit könnte man denken, man müsse sich um die Anfahrt, oder Rückfahrt keine Gedanken machen… sagte er unwissend grinsend und rannte lachend in die laufende Kettensäge…

Dabei fing einen Tag vor dem Markt das Wochenende so gut an, beinahe romantisch. Ausgebreitete Felle vor dem warmen, leicht knisterndem Kaminfeuer. Zart zuckende Image 5Zungen der Kerzen. Leise Musik im Hintergrund… nach ausreichenden 2,5 Stunden Schlaf machten wir uns dann Samstag früh auch fertig für den Markt und stiegen pünktlich (!) in den Wagen. Ziel Schiffenberg. Warmes Wetter, kaum Wolken, kein Regen, freie Fahrbahn (dachten wir und der Verkehrsfunk ließ uns in den Glauben). Iserlohn => Gießen. Fahrtzeit knapp unter 2 Stunden. Ankunft also eine Stunde vor dem Marktbeginn. Perfekt.

Freudig fuhren wir also nichtsahnend durchs schöne Sauerland, als das Gesetz des Herrn Edward A. M. aus der Panamakanalzone, ebenfalls bekannt als E.A. Murphy aus P. Fuß fasste. Stau.

Stau ist in Ordnung und immerhin hatten wir ja auch ein Zeitpolster. Kein Grund sich die Stimmung verderben zu lassen, dreht man halt die Musik ein wenig lauter und singt schief mit. Ungefähr zu dieser Zeit, in einem sich immer mehr ausbreitenden gallarthaften Wulst von stehenden Autos, berichtete nun auch der Verkehrsfunk von der Vollsperrung der Autobahn in beide Richtungen. Das Singen wird knirschender, die Stimmung (in doppelter Hinsicht sozusagen) sinkt deutlich. Im Kopf rechnet man lustig vor sich hin. Überlegt sich, wie lange man doch im Stau stehen könnte, während das Navi unbeeindruckt vor sich hin rechnet und einem irgendwann eine ziemlich unschöne Prognose präsentiert. Das Zeitpolster wird nicht nur durch den Stau aufgezehrt werden, nein, wir werden uns gar um 15 Minuten verspäten! Knurrend argumentiere ich im Geiste schon rein instinktiv mit der akademischen Viertelstunde. Alles gut. Kein Grund sich aufzuregen.

Ungefähr Höhe Wilnsdorf werden wir von der Autobahn gelotst, als wir einen seltsamen, erstickenden Geruch wahrnehmen und trotz hörbar steigenden Drehzahlen des Motors, nicht wirklich voran kommen. Bei einer kurze Pause am Seitenstreifen erkennen wir, daß offensichtlich unser Wagen der Ursprung des Gestankes ist und Murphy gerade lachend weiter zuschlägt, denn auch wenn es im Stau bekanntlich eher gemächlich zugeht, in einer Ausfahrt möchte man dann dennoch nicht parken. Motoraufheulend Image 1schleppten wir uns mit letzter Kraft ein wenig aus dem Getümmel und stellten uns krabbeln erneut auf den Seitenstreifen. Alternativen durchgehend, schauten wir erneut unter die Motorhaube und stellen fachmännisch fest, daß sich dort tatsächlich ein Motor befindet. Irgendwie vermutend, er würde nicht auf gutes Zusprechen reagieren (ich habe es dennoch versucht… erfolglos), bissen wir in den sauren Apfel (garniert mit einer versteckten Rasierklinge) und riefen den ADAC an und stellen fest, die Mitgliedskarte ruht ruhig und friedlich zu Hause. Vorkasse ist also angesagt. Während wir uns ebenfalls in Schiffenberg melden, denn nun ist es klar, wir werden uns ein „wenig“ mehr als nur studentisch verspäten, wird das Zähneknirschen zu einem unmissverständlichen Knurren.

Die Kombination aus auf den gelben Abschlepper warten, potentielle Kosten für eine ungewisse Reparatur erraten und die auf einen zukommende Verspätung errechnen ist wahrlich ätzend. Die Stimmung war wie die Stimmung eines Dudelsacks am Sonntagmorgen im Regen… nicht vorhanden und wenn, dann vollends daneben.

Nun allerdings geschah etwas sehr Überraschendes; der gelbe Wagen kam unglaublich zeitig bei uns an, hakte uns ein und binnen keinen weiteren dreißig Minuten standen wir an einer vollends unbedeutenden Tankstelle in Wilnsdorf. Vielleicht auch die wichtigste, da die einzige in dem Ort. (wir sprechen hier nun wirklich nicht über metropolitische Ausmaße). Wie auch immer, die hervorstechendste Eigenschaft war eindeutig, daß sie nicht der Ort war, wo wir sein wollten. Mit dem Taxi ging es zu der nächsten Autovermietung (mit denen habe ich ja besonders gute Erfahrungen). Trotz einiger widrigen Umstände wollte die Dame hinter dem Tresen vor allem eines haben und das war Feierabend. So ging es flott voran. Neuen Wagen unter dem Hintern fuhren wir erneut Richtung Schiffenberg. Durchaus genervt, etliche Euros ärmer, aber noch umkämpft lächelnd. Immerhin hatte Murphy seine Pflicht getan und zog nun von dannen… nur um den obig erwähnten Finagle Platz zu machen. Denn egal wie wir das Navi programmierten, oder welchen Weg wir auch einschlugen, es schien unmöglich die Umgebung Siegen – Wilnsdort zu verlassen. Die komplette Region war durch Vollsperrungen abgeriegelt. Ein pures No-Mans Land. Eine öde Quarantänezone. Die endlosen Badlands selbst. Verwirrte Outer Limits… ein vollkommen unerwartetes, deplatziertes, arnsbergisches Bermudadreieck. Selbst nach vermeintlich positiven Erstkontakt mit den Ureinwohnern und ihrer Beschreibung einer Fluchtmöglichkeit, blieb der richtige Weg diffus.

Finde Ithaka, oder verlasse Wilnsdorf. Gleicher Schwierigkeitsgrad!

Doch wie Odysseus kamen auch wir irgendwann mal an. Mit einer vornehmen 30726596_2075200152496037_5911648730594934784_o.jpgVerspätung von über sieben Stunden. Der Rest des Tages war ein hoch komplexer Mix aus Auftritten und den Versuch, in kürzester Zeit soviel Geld auf dem Markt wahrlos im Frustkauf zu verteilen, bis man entweder arm ist, oder wieder ohne chirurgische Hilfe lächeln konnte. Das Endergebnis war eine üble Mischung aus beidem; jedoch muss ich sagen, daß uns die zahlreichen Händler von Minute zu Minute freundlicher begrüßten, wenn wir vorbeischritten.
Lässt man so ziemlich alles weg, was ich bislang schrieb, war es theoretisch ein wirklich schöner Markt (oh… erwähnte ich das unser Mietwagen sich auf dem Feld festfuhr und wir rausgezogen werden mussten?). Schiffenberg ist einfach eine herrliche Kulisse und das Wetter zeigte sich erschreckend ungewohnt von seiner besten Seite. Die altbekannten Kollegen die Pummelelfen, die Skalden und Jonny Robels sorgten für die musikalische Untermalung, während ich am frühen und späten Abend die Heerscharen, denn der Markt war stetig gut gefüllt, durch skandinavische und orientalische Geschichten führte. Kurz gesagt, es herrschte beste Stimmung bei perfektem Wetter.

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Tatsächlich hat jeder, welcher nicht dort war und dessen Wagen nicht auf der Hälfte der Strecke den Geist aufgegeben hat und abgeschleppt werden musste etwas verpasst. Alles in Allem war es trotz der höheren Gewalt von Murphy und Finagle ein komplett gelungener, sehenswürdiger Markt; wie immer sehr liebevoll organisiert und kinderfreundlich. Großes Lob an die Orga und besonders K. Skorwider. Danke und nächstes Jahr gerne wieder.

Für den Rest der Saison habe ich nun auch genügend Gewandungen und mehr Schmuck als ich essen kann. Manchmal muss man sich halt auf die positiven Punkte konzentrieren.

Der Leidensweg eines Paragraphen

Willkommen im Jahr 2018 und wie verbissen um den Verbleib des archaischen Paragraphen 218 und seiner Anhänger gekämpft wird. In einem Jahr, in dem eine Ärztin dafür angeklagt wird, daß sie doch tatsächlich die Frechheit besaß, auf ihrer Homepage darauf hinzuweisen, sie würde Schwangerschaftsabbrüche durchführen!

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Lassen wir mal theologische Diskurse über die Sukzessivbeseelung, ab wann ist das Leben wie heilig (tatsächlich gibt es bei den großen Religionen Auslegungen für ProLife als auch Pro-Choice [Ausnahme der Buddhismus und die sind am streiten]), oder die Arbeit der Engelmacher beiseite und konzentrieren uns ein wenig auf die Moderne. Ebenfalls vergessen wir mal die Zeit vor der BRD, denn überraschenderweise wurde das Thema bereits seit Helene Stöcker durchaus rassistisch gefärbt und wie die Nazis dazu standen, ist nun wirklich jedem klar.

Wir spulen sogar einfach mal die Zeit weiter vor, denn das in der Zeit, als die Kirche und die Erzkonservativen noch alles zu sagen hatten die Abtreibung verboten war, vor der links-grün versifften elitären 68er Bewegung, wissen die meisten wahrscheinlich auch.

Also in der heutigen, aufgeklärten Zeit, in der in unserem Land die Abtreibung (zurecht) erlaubt ist, wird eine Ärztin dafür angeklagt das sie…

…nur haben wir da ein klitzekleines Problem. Im Jahre 2018 ist gemäß §218 der Schwangerschaftsabbruch nach wie vor illegal und wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug bestraft. Der Rest der Paragraphen beschäftigt sich eigentlich nur damit, die Ausnahmen für die Strafandrohung zu klären und seit dem Jahr 1976 leben wir mit einer sehr unbefriedigenden Kompromisslage, der so genannte Fristenregelung.

Gemäß dieser Regelung darf eine Frau immerhin in den ersten 12 Wochen nach der Nidation (das ist juristisch wichtig, denn auch wenn im Paragraphen von der Befruchtung gesprochen wird, ist die Nidation gemeint) die Entscheidung treffen, ob sie denn das Kind austragen möchte, oder nicht. Also sie darf diese Entscheidung beinahe alleine Treffen, denn natürlich muss sie zuvor an einer Schwangerschaftskonfliktberatung teilnehmen (§219).

Nur um diese Regelung ein wenig näher zu betrachten, muss man sich so einiger Dinge sehr im klaren sein. Wir haben es in solchen Fällen logischerweise mit einer Frau, oder einem Paar zu tun, welche vieles wollen, aber definitiv zu dem Zeitpunkt kein Kind unter diesen Umständen. Es ist dabei relativ unwichtig, ob es sich um eine Schwangerschaft in Folge einer einfach schief gelaufener Verhütung handelt, einer achtlosen Nacht, eines Missgeschickes beim „sicheren“ Verfahren der Temperaturmessung, oder gar einer Vergewaltigung. Meistens merkt die Frau das etwas nicht stimmt, da die Regelblutung ausfällt und da es sich ja absolut nicht um eine geplante Befruchtung handelt, wird versuchsweise auf verschiedenste Teststreifen uriniert und man muss erst einmal geschockt mit dieser Erkenntnis leben. Der Frühtest weicht dem normalen Test und da sie praktischerweise oft in Vorteilspackungen kommen, kann man es auch mehrfach wiederholen.
Wer glaubt es ist nervenaufreibend, wenige Minuten darauf zu warten, ob und wie sich ein kleiner Streifen verfärbt, nachdem man ungewohnte Zielübungen durchführte (ich spreche da lediglich vom Hörensagen… wir Kerle freuen uns einen Keks wenn im Pissoir ein winzigen Tor aufgestellt ist), war noch nie bei einem Frauenarzt in Behandlung, denn das ist der nächste Schritt (und Schock). Da wird man auch gleich mit den ersten Terminen konfrontiert, denn für so etwas muss man sich Zeit nehmen und möchte es ja dennoch nicht an die große Glocke hängen. Man entscheidet sich also für sich, oder zu zweit, oder im familiären Rahmen dazu, die Schwangerschaft abzubrechen und darf relativ zügig den nächsten Termin wahrnehmen. Je nachdem wo man wohnt, wird dieser Termin erneut in Konflikt mit der Arbeitszeit sein und in 80% der Fälle darf man nun ein Gespräch mit einer überzeugten ProLife Vertreterin durchführen.

Um die Stimmung dieser Beratung vollends zu verstehen, kann man sich einfach mal die Gesetzeslage zu dieser „notwendigen“ Schwangerschaftskonfliktberatung durchlesen.

StGB §219

„(1) 1 Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens. 2 Sie hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen; sie soll ihr helfen, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen. 3 Dabei muß der Frau bewußt sein, daß das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der Rechtsordnung ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen in Betracht kommen kann, wenn der Frau durch das Austragen des Kindes eine Belastung erwächst, die so schwer und außergewöhnlich ist, daß sie die zumutbare Opfergrenze übersteigt. 4 Die Beratung soll durch Rat und Hilfe dazu beitragen, die in Zusammenhang mit der Schwangerschaft bestehende Konfliktlage zu bewältigen und einer Notlage abzuhelfen. 5 Das Nähere regelt das Schwangerschaftskonfliktgesetz.“

Es ist sehr offensichtlich, das Beratungsgespräch wird auf jeden Fall extremst objektiv sein… als ob das nicht reichen würde, kann es sein das man zu einer Zweigstelle von Donum Vitae und Konsorten muss, die einem dann auch noch mit dem theologischen Hebel versuchen, ein schlechtes Gewissen einzureden (als wäre man nicht schon genug aufgerieben).

Diesen Stress nun hinter sich gebracht, hat man erst einmal drei Tage Zeit (ist ja gesetzlich vorgeschrieben) um nun einen Arzt, oder eine Ärztin zu finden, welche bereit ist einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen.

Neben der desaströsen Lage des Gesetzes und des enormen psychischen Drucks in einer solchen Not (selbst die größte Kindergegnerin wird in einer solchen Situation stark belastet und die Hormone beginnen mit den Gefühlen gerade Achterbahn zu spielen und je nachdem wie offen man mit seinem Freundeskreis ist, kommen zahlreiche Tipps, Vorschläge, Gedanken und ähnliches hinzu), ist dieser Schritt alles andere als leicht und problematischer, als man glauben könnte, denn nun kommen wir zu dem Stein des obigen Anstoßes: Werbung für Schwangerschaftsabbrüche ist in Deutschland verboten. Werbung ist nun allerdings ein sehr interpretierbarer Begriff, denn man kann sich vorstellen, daß es nun nicht wirklich ein Markt für Großanzeigen ist. Das Gesetz sagt:

§219a
„1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise

1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder

2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung

anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Die gießener Ärztin Kristina Hänel hat nun nicht Werbung in Zeitungen geschaltet. Auch keinen TV, oder Internet Spot. Sie hat nicht einmal mehr Flugblätter verteilt. Auf ihrer eigenen Homepage machte sie eigentlich das, was man theoretisch von vernünftig beratenden Ärzten verlangen würde. Sie wies darauf hin, daß ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland bis zur 12. Woche möglich ist und ebenfalls, daß sie in ihrer Praxis diese Leistung ebenfalls anbietet.

Sie selbst sagte dazu: „Es ist doch niemand für Abtreibungen (…) Weder ich noch die Frauen, die zu mir kommen.“ Es gebe aber Situationen, in denen eine Frau eine Abtreibung brauche. „Es ist doch meine verdammte Pflicht, diese Frauen medizinisch zu versorgen.“ (TAZ 29.10.17)

Da nun ein Arzt auch für einen Schwangerschaftsabbruch sein reguläres Honorar nimmt, wäre der Hinweis gemäß einigen Anwälten auf solche Eingriffe, durchaus als Werbung deutbar (Anwälte können halt, wenn es um Anklagen geht, spitzfindige Aasgeier sein). Somit würde sich jeder Arzt strafbar machen, der darauf verweisen würde. Ein Generalverdacht für Ärzte und der elendige Paragraph 219a gibt dieses durch seine Auslegemöglichkeit her. Dieses sorgt dazu, daß kaum ein Arzt offen zugibt, so etwas durchzuführen. Der beratenden Arzt darf nicht der durchführende Arzt sein, also man muss sich so oder so umschauen und dann wird man ziemlich alleine gelassen.

So befinden wir uns in Deutschland nach wie vor in einer sehr seltsamen Situation, die sich seit Jahrzehnten nicht verändert hat. Es ist schwer einfach mal eine Klinik, oder einen Arzt zu finden, an den man sich in seiner Notlage richten kann (und die Uhr tickt, im wahrsten Sinn des Wortes). Offizielle Anlaufstellen zu finden ist schwieriger als man denkt und sollte man einfach mal googeln, hat man schnell die Seiten der Abtreibungsgegner. Nach wie vor hat es den Beigeschmack des verruchten und illegalen, denn immerhin begeht man eine Straftat, über die sich so wenig Ärzte offen äußern.

Nach wie vor halten sich die meisten Parteien ein wenig zurück, wenn es darum geht, die Gesetzeslage zu ändern und sind wir ehrlich, die Thematik wird sehr selten offen besprochen und noch seltener durchleuchtet. Sollte es dennoch mal wieder aktueller werden, lassen Demonstranten wie der „Initiative Nie wieder“ ihre (nicht brennenden) DEU BB Protest Abtreibungweißen Kreuze mahnend nach oben heben und sie ziehen auch locker Vergleiche von Schwangerschaftsabbruch und dem Holocaust (kein Scherz). Sich keiner ekelerregenden Rhetorik zu schade prangern sie geifernd an, vollkommen vergessend, daß es sie so gar nichts angeht (an dieser Stelle sei mal gesagt, daß man auf deren widerlichen Seiten ziemlich vollständige Listen der Ärzte und Kliniken findet, welche Schwangerschaftsabbrüche durchführen).

Es ist niederschmetternd wie rückständig wir in Deutschland bei diesem Thema sind. Wie unglaublich ignorant und heuchlerisch.

Zeit, daß es sich endlich mal ändert. Paragraph 219 gehört einfach gestrichen und über §218 sollte noch einmal stark diskutiert werden, ob er so weiterhin bestand haben sollte.

 

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Kohlhaas Attitüden anyone?

 

aka:

Three Billboards

Handlung:

Sieben Monate ist es nun her, daß die Tochter von Mildred Hayes (Frances McDormand [„Mississippi Burning“, „Fargo“, Aeon Flux“]) unweit ihres Elternhauses außerhalb von Ebbing, Missouri vergewaltigt und danach verbrannt wurde. Es gibt zwar DNA Spuren, aber die passen zu niemanden in der Datenbank. Sieben Monate, keine Verhaftung. Es wirkt so, als wären die Ermittlungen auf Eis gelegt worden. Also steht Mildred eines Tages im Büro des Anzeigenverkäufers Red Welby (Caleb Landry Jones) und mietet die drei Billboards, die seit dem Bau der Umgehungsstraße unbeachtet in der Gegend herumstehen.

Die drei Aufschriften der Plakatwände sind simpel und dennoch voller anprangernder Kritik.

„Raped While Dying“, „Still No Arrests?“ und zuletzt „How come, Chief Willoughby?“. Mit dieser Aktion provoziert Mildred vollends absichtlich eine Situation des Drucks und Gegendrucks in der provinziellen Kleinstadt.

Chief Willoughby (Woody Harrelson [„True Detective“, Natural Born Killers“, „Tribute von Panem“]) findet die taktlose Kritik ein wenig zu hart, immerhin hat er seines Erachtens alles getan, um den Täter zu finden. Er sucht eher das versöhnliche Gespräch mit der Mutter, welche sich immer mehr in ihrem Kampf verbeißt. Der Rest der Kleinstadt schaltet sogar auf direkten Widerstand. Sie zeigen ihre Ablehnung gegenüber die Aktion mehr als deutlich. Chief Willoughby ist beliebt (immerhin bedient er ja auch jedes Klischee eines Kleinstadtsherriffs), zudem ist er an Krebs erkrankt und die letzten Monate sollte er doch in Frieden leben können, anstatt so in der Öffentlichkeit kritisiert zu werden.

Für den zurückgebliebenen, dafür jähzornigen Officer Jason Dixon (Sam Rockwell [„Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“, „7 Psychos“, „Galaxy Quest“]), nebenberuflich Alkoholiker ist es sogar eine eindeutige Kampfansage, die er, bewaffnet mit einem sehr locker hängenden Schlagstock und einer irgendwie verlegten Polizeimarke bereitwillig annimmt. So ist es gar nicht verwunderlich das es nicht all zulange braucht, bis in dieser idyllischen Kleinstadt mit ihrem alltäglichen Rassismus und Polizeigewalt irgendwann der erste Molotowcocktail fliegt.

Rezension:

Es braucht eigentlich keine 5 Minuten, keine 5 sehr, sehr ruhige Minuten muss man ehrlicherweise sagen, daß man anfängt sich zu fragen, was man da eigentlich sieht. Ein Drama? Eine Tragödie? Satire? Eine Komödie?

Die Antwort ist ja. Von allem etwas und davon eine Menge.

Martin McDonagh („Brügge sehen… und sterben?“, „7 Psychos“) inszeniert mit „Three Billboards outside Ebbingen, Missouri“ (bevor ihr googled, der Ort ist fiktiv) erneut eine beinahe zu perfekte, bitterböse, schwarze Komödie. Wenn auch seiner Meinung nach nicht gewollt, ein Film welcher ziemlich passend das heutige Gefühl des unterschwelligen Hasses einfängt. Dieses gefüllte Fass, bei dem nur noch der letzte, kleine Tropfen fehlt.

Alles an diesem Film ist bis ins letzte kleine Detail durchdacht. Jeder noch so kleine Handlungsstrang (z.B. als der unter Mikrosemie leidende James [Peter Dinklage] mit Mildred anbändelt, aber als „schlechte Partie“ einen Korb erhält) ist durchdacht und hat einen doppelten Boden. Selbst der Soundtrack wurde auf jede einzelne Figur komponiert und verändert sich mit ihr. So wirkt Ebbingen auf den ersten Blick genau so, wie man sich eine amerikansiche Kleinstadt halt vorstellt. Geschäfte direkt an der Hauptstraße, eine kleine Schule, unschuldige Bürger, die einfach nur ihre Arbeit machen wollen; aber das wird sehr schnell durch beinahe strukturellem Rassismus im Sherriffbüro, häusliche Gewalt, Alkoholismus, Sexismus und Hass aufgefüllt. Natürlich hilft es da nicht, wenn Mildred in ihrem leicht fleckigen Blaumann, mit funkelnden Augen und eiskalter Miene (ein Mix aus Anton Chigurh und Dirty Harry), den Finger tief in die klaffende Wunde presst.

Kein einziger Charakter ist eindimensional gezeichnet, jeder hat seine Geschichte, welche schlüssig in dieses sehr seltsame Mosaik passt und es abrundet. Beinahe ein wenig zu perfekte Dialoge, welche ganz kurz davor sind in Slapstick zu verfallen, da die schnellen Witze ein wenig zu pointiert sitzen, werden jäh mit ungeschminkt brutaler Ironiefreiheit garniert.

Das so etwas überhaupt funktionieren kann, verdankt der Film nicht zuletzt der grandiosen schauspielerischer Leistung der Hauptcharaktere. Frances McDormand und Sam Rockwell, beide für diesen Film mit einem Oscar nominiert (die Golden Globes haben sie schon), transportieren das ungewöhnliche Werk auf ein schwer zu erreichendes Podest. Ein absoluter rassistischer Unsympath, die Reinkarnation des Muttersöhnchens mit einer Schusswaffe, welcher nur nicht gefeuert wird da halt in dem Städtchen beinahe jeder Polizist „Nigger hasst“ bis auf drei “und die hassen Schwuchteln” und die nicht wankende, sich immer mehr isolierende, rachdürstige Mutter.

Die Plakatwände dienen dabei lediglich als McGuffin. Sie sind zwar da, aber eigentlich geht es primär nicht um sie, ja, nicht einmal mehr um die Aufklärung des Verbrechens. Sie dienen lediglich als Motivator von Hayes, die ihren Glauben an die Institutionen verloren hat, sich machtlos und bestraft fühlt (von ihrem Mann geschlagen, bis er sie für eine neunzehnjährige sitzen lässt) und nun ihren eigenen, rücksichtslosen Weg geht und jedem zwischen die Beine tritt, der ihr dabei im Weg steht (selbst wenn es eine Frau ist). Ein kaltes Rachedrama mit einer gehörigen Priese bitteren Humors, welches ganz bewusst mit der Sympathie zur Primitivität spielt. Dabei wird der Zuschauer zwischen Lachen und nackter Beklemmung hin und her geworfen. Erfüllter Erwartung und unbefriedigter Gier und das buchstäblich bis zum letzten Satz.

Vollkommen zurecht sahnte „Three Billboards outside Ebbingen, Missouri“ vier Golden Globes ab (die unwichtigen… bester Hauptdarsteller, bester Nebendarsteller, bestes Drehbuch, bester Film [für Regie und Filmmusik war er ebenfalls nominiert]) und geht mit sieben Oscrnominierungen im März ins Rennen.

Vier von fünf Sternen.

Das ist neu, das kann weg. Star Trek: Discovery

Wer kennt nicht dieses erste Gefühl, wenn man sich einen neuen Star Trek Trailer anschaut. Man ist aufgeregt, bevor man auch nur irgendetwas gesehen hat, wird diskutiert, gemutmaßt, gar interpretiert. Ich würde mich zwar sehr gerne aus der Gleichung kürzen, aber ich bin so gaaar kein Deut besser.

Ein Teaser ist zu sehen und ZACK wird er auseinander genommen. Nicht nur die beiden Mädels, welche sehr, sehr oft zu sehen sind. Es wird über die Brücke, die Uniformen, das Delta (bei denen sich so einige Fans uneinig sind ab wann es wirklich das Zeichen der Starfleet wurde, oder ob es ursprünglich nur ein Zeichen der Enterprisecrew war [oder von Deepspacemissions] und erst nach der erfolgreichen 5 Jahres Mission von Kirk zum offiziellen Zeichen der Starfleet wurde [… sagen einige… ich weiß davon nichts… bin ja kein Nerd]) und wie es aussieht, neue Rassen, die Technik, die Warpgondeln (!) philosophiert (nicht Trekkis… Stinos, sozusagen, wären überrascht wie lange sich Fans über das Intro alleine unterhalten können).

Eines war aber auffällig: Nachdem Projekte wie Cpt. Sulu, die Titanreihe, Horizon, Phoenix (einige von ehemaligen Darstellern [wie Michael Dorn <bekannt aus seiner Shampoowerbung {oder halt der Schauspieler mit den meisten Auftritten in Star Trek}>], Jonathan Frakes, William Shattner, Walter Koenig… die unwichtigen halt [und einige waren heiß erwartet]) nicht durchgeführt oder einfach auf Eis gesetzt wurden, kam man auf den Gedanken ein (weiteres) Prequel zu machen!

Freude….

Kommen wir zu einem mehr als notwendigen Exkurs und greifen zu einigen Eckdaten (denn…. so arbeiten Nerds [habe ich mir sagen lassen]):
ST TOS: Erstausstrahlung 08.09.1966. Jahreszahl in der Serie 2254 (The Cage), dann 2265-2269 (also 300 Jahre ab in die Zukunft.

Die Klassikfilme (6 Stück, Entstehungsdatum 1979-1991) spielen von 2273-2293 (halt ebenfalls ca 300 Jahre in der Zukunft, einigermaßen chronologisch).

ST TNG: (1987–1994 ) Serienzeit 2364-2370

ST DS9: (1992-1999) 2369-2375

ST TNG Filme: (1994-2002) 2371-2379

ST VOY: (1994-2001) 2371-2377

So weit, so gut. Es geht halt voran! Dieses ergibt nicht nur bei den Effekten einen Sinn, sondern erklärt auch, warum es auch innerhalb der Serie immer mehr Spielereien gibt. Musste Kirk sich noch jedes mal eine neue Alienfrau aufreissen, konnte Janeway sie einfach im Holodeck erzeugen (also bei ihr waren es dann halt Kerle). In der wirklichen Welt versuchte derweil ein Steve Jobs die PADDs und LARSs zu kopieren (und sie 2007 auf den Markt zu schmeissen).
Da Star Trek eigentlich auch immer eine kleine Reflexion des aktuellen Geschehens war, konnte man sich doch immer ein wenig in den Serien wiederfinden. Ebenfalls bedeutete es allerdings auch für Menschen in meiner Generation, als man endlich lernte das die Realität nervt und sich eher vor einer Glotze setzte (die man manuell einschalten musste… die hatte drehbare Knöpfe!!!) um andere beim Reisen zuzusehen, es geht beinahe ohne Unterbrechungen weiter in die Zukunft.

Sollte sich dann 2001-2005 ändern. Mit Enterprise sprang das Franchise plötzlich zurück und dachte sich wahrscheinlich, was Star Wars kann, das können wir auch. 2151-2155 war plötzlich das Datum und obwohl die NX-01 WEITAUS moderner aussah als jedes andere Schiff zuvor, sahen wir zum ersten Mal die Menschen beim tatsächlichen Erstkontakt mit…. ALLEM! Ohne Traktorstrahl, ohne Schilde, ohne Generalübersetzer (der Klingonisch nur übersetzt, wenn es keinen dramaturgischen Effekt hat) und einer abenteuerlichen Krankenstation tuckelte man durchs All. Halt ein kurzer Blick zurück. Kann man einmal machen.

War so erfolgreich, daß es danach zum ersten Mal eine Unterbrechung in den Produktionen gab und erst 2009 sollte wieder eine Enterprise (nein…. kein neues Schiff) auf die Leinwand kommen. Sagte ich Enterprise? Ja. ABER nicht irgendeine… sondern das mehr oder minder gänzlich überarbeitete Original und mit ihr, eine Neuversion der ursprünglichen Crew. Es gab einfach einen Reboot!

So langsam können wir diesen Exkurs beenden, denn nun kommen wir zum nächsten Schritt…. erneut (!) geht es (leider) nicht weiter, sondern VOR Kirk!

Star Trek scheint wirklich Angst zu haben, einfach weiter in die Zukunft zu gehen. Ein wenig paradox das ein SciFi-Franchise Angst zu haben scheint, weiter in die Zukunft zu gehen, aber es ist halt so.

Und da sind wir halt. Auf der USS Discovery… nicht (da wir einfach nicht auf dem Schiff sind und nicht nur wir [was geil wäre], sondern auch die Charaktere nicht [was… naja… seltsam ist])!

Aber es wird mal Zeit über die Geschichte der ersten beiden Folgen (von 13 und zum ersten Male keine Stand-Alones) zu reden und dem mehr oder minder abgeschlossenem Prolog für die Serie.

Wir schreiben das Jahr 2256 (~zehn Jahre vor Kirks mehr als berühmter 5 Jahresmission). Hauptcharakter (… ja… es gibt einen) ist Michael Burnham (Sonequa Martin-Green [einigen vielleicht aus The Walking Dead bekannt [Sasha <wollte an Negan knabbern…. tot>]). Michael, welche nach der Ermordung ihrer Eltern durch Klingonen auf Vulkan aufwächst, aufgezogen von Sarek (Spocks Vater) und der erste Mensch der je die vulkanische Akademie der Wissenschaften erfolgreich absolviert hat dient als erster Offizier (#1 *sfz) auf der USS Shenzhou, unter Cpt. Georgiou (Michelle Yeoh [James Bond – Der Morgen stirbt nie, Tiger and Dragon]). Der Rest der Geschichte ist erschreckend schnell erzählt. Die Shenzhou fliegt zu einem defekten Kommunikationssatelliten (am Rande der Föderationsgrenze, direkt am klingonischen Reich). Unabsichtlich entweiht Burnham ein heiligen Artefakt (da sie auf ihm herumläuft). Wird von dessen Behüter angegriffen und in dem daraus resultierendem Kampf, tötet sie ihn. Damit haben wir auch schon seit Jahrzehnten den ersten Kontakt zu den Klingonen. Diese streiten sich eigentlich noch, wer von den 24 Häusern das Reich eigentlich führt, aber ein Krieg kann ja auch einigen.
Georgiou macht das, was die Sternenflotte halt so macht. Sie ruft das fremde Schiff und wartet. Ihr erster Offizier sieht das anders und möchte direkt schießen. Dieses führt gar zur Meuterei. Diese wird zwar verschlagen, aber dann feuern auch mal die Klingonen. Nachdem man nun auch mit der lästigen Diplomatie durch ist, folgen mehr Tote als man es bei einer erste Folge im Star Trek Universum erwarten würde.

Hurra, die Föderation befindet sich im Krieg.

Willkommen zur ersten Folge!

Es fallen gewisse Dinge sofort auf: Das Intro der Serie ist zwar sehr hell (in der Vergangenheit sah man Raumschiffe durchs All fliegen, Sterne…. nun eher Konzeptskizzen), dafür ist die Musik grottig (ich sagte ja… Trekkis können sich über so etwas aufregen).

Die Crew ist so bunt gemischt wie noch nie. Frauenquote ist mehr als penibel eingehalten, beinahe jede Hautfarbe ist zu sehen (niemand ist über 60 [und die einzige die es ist, der sieht man es einfach nicht an]), so viele Außerirdische sah man auf einer Brücke selten. Ebenfalls fällt auf, wie verflucht gut das Ganze aussieht. Ohne Scherz, die Serie muss sich wenn es um Effekte geht, hinter kaum einen Kinofilm verstecken. Liebevoll werden nicht nur die Schiffe, sondern auch der Weltraum und Ausnahmeerscheinungen (das Doppelsternsystem ist wirklich eine Schönheit) dargestellt.
Ein Freund beschrieb es passend: Es wirkt so als wenn sich wirklich im Weltraum sind und nicht mit einem Sofa im All unterwegs wären.

Wie zuvor bei Enterprise erweckt es halt wirklich den Eindruck, das die riesigen Schiffe der Föderation nicht nur schweinsteuer sind, sondern auch Funktionen haben müssen. Die reisen da halt nicht nur zum Spaß hin! Ebenfalls sieht man bei fast allem den praktischen Sinn dahinter. Anders als in vielen vergangenen SciFi Filmen und Serien hat der Raumanzug einen Sinn. Er ansich gibt schon Informationen von sich und dem Wesen in ihm preis. Gleiches macht das Schiff und der Schiffscomputer. Die dargestellten Konsolen sind nicht nur sinnlose, übergroße Smartphones, sondern eher funktionierende Arbeitsstationen. Ebenfalls kann man ohne Schwierigkeiten erkennen, daß WIRKLICH viel Geld für die Outfits und Maske ausgegeben wurde, denn man hat so gar keine Probleme zu glauben, wie ein bunter Mix aus Allem auf einem Schiff aussehen könnte (an dieser Stelle muss Doug Jones [Saru] hervorgehoben werden, welcher durch seine einmalige Körperhaltung [er ist ein Kontorsionist und kann das] durch die Maske hindurchspielt….).

Hätte man nun Darsteller unter den Klingonen gehabt die mit Zahnprotesen sprechen können, nicht den Belichter von J.J. Abrams (Lensflares) genommen und vielleicht gar eine Hauptdarstellerin mit…. besserer Mimik, hätte man darüber reden können, warum man eine Star Trek Serie unbedingt in einem Krieg spielen lassen muss. Zu einer Zeit, als die Föderation noch nicht das war, was wir eigentlich kennen. Dieser positive Punkt, wo Forscher einfach lustig durchs All schippen, sinnlos alles erforschen und kartographieren. Sich Gedanken machen, wie eine androgyne Gesellschaft funktioniert, warum sich xy mit 60 umbringen muss, wieso Genexperimente nicht immer so prall sind, ab wann Leben wirklich Leben ist, wann ein Furby… äh Tribble mal satt ist und warum stets Sicherheitsprotokolle von Holoprogrammen ausfallen.

Allerdings…. sagte ich in der Überschrift schon etwas, was für Star Trek leider beinahe normal ist. Das ist neu, das kann weg.

Bislang hat die Fangemeinde stets auf Neuem rumgehauen (man spreche einfach mal Marina Sirtis (das war die Frau die…. fühlt) an, wie sie ihre ersten Conventions empfand [Trekkis der ersten Stunde hassten TNG…]) und vielleicht sollte man lernen durchzuatmen (sagte der Kerl der über zwei Seiten über eine Doppelfolge tippt).

Natürlich sollte man alle gezeigten Klingonen sofort entlassen (oder ihr Tonspur ohne Prothesen einsprechen lassen, die Finger von den Soundeffekten lassen und einfach über die Filmspur legen [sorry, aber mit nuschelnden Klingonen habe ich meine Probeme]), bissl mehr Substanz anstelle Aktion zeigen (schaut euch mal die besten ST Folgen an…. da kommen herzlich wenig Special Effekt drin vor [da… die damals zu teuer waren, aber das ist ein ganz anderes Thema]) und mehr von den anderen Charakteren, anstelle nur Burnham zeigen und zack.

Oh… und ähm… klar… den richtigen Captain vorstellen, das richtige Schiff und dessen Crew… beinahe hätte ich diese unwichtigen Punkte vergessen.

Wir haben als Trekkis halt eine neue Erzählform vor uns…. lernen wir es erst einmal kennen, bevor wir nun jede Fackel entzünden und das Dorf aufstacheln, zur Mühle zu ziehen.

Potenzial hat die Serie auf alle Fälle. Schönheitsfehler können beseitigt werden und das neue Team muss sich so oder so erst einmal einspielen. Mal sehen was so die Zukunft bringt.

Sehenswert ist Star Trek: Discovery auf alle Fälle und wer weiß, vielleicht wird die Serie sogar richtig, richtig gut.

 

12. Mittelalter Spectaculum Burg Greifenstein 22. – 24.07.2017

Greifenstein hat, wie meist von Möhres Märkten (ich mache mal Werbung: Andreas Tabor und VPZ) einen Vorteil…. ich fahre nicht hin! Also ich bin schon da, aber ich fahre halt nicht…. nicht so wirklich, da ich gefahren werden. Wären es Taxis, es wäre unspannender als man es sich vorstellen könnte, doch es sind die beiden wunderschönen Frauen, welche ich meine Marktmuttis (voller Stolz) nenne.

Die Frauen, welche noch als Jungfern mit dem Plesiosaurus im See planschtem, die wundervollen Pummelelfen erbarmten sich, mich abzuholen, um mich zur anstrengendsten Burg des Jahres zu fahren. Anstrengend nicht nur, da sie einen fatalen Aufstieg hat und man wirklich zwischen den Auftritten kraxeln darf, sondern auch, da ich dieses Jahr eine andere Aufgabe hatte, als ich es gewohnt war. Hieß es in den letzten Jahren einfach: Sei der Geschichtenerzähler, ergo 3… vielleicht 5 Auftritte an den unterschiedlichsten Orten zu festgelegten Zeiten, irgendwann zwischen 14 und 23 Uhr, war es dieses Jahr etwas anders und zuerst klang es leicht. Herold sollte ich sein, aber nicht nur der Herold, der einfach beim Markteinzug eine kleine Vorstellung gibt, oder die Feuershow und die „großen“ Acts ankündigt, denn die Aufgabe bekommt man als Geschichtenerzähler mit meinem Organ irgendwie ziemlich schnell auferlegt (selbst ohne prunkvolle Gewandung und Wappen [selbst wenn ich welche tragen dürfte] und diese Aufgabe hatte ich seit Jahren so oder so schon in Greifenstein), sondern Vorstellung bei jedem, jederzeit!

Quasi… sorge dafür das alles zur richtigen Zeit läuft und leite es ein. Bedeutet nichts anderes als… sei der Erste der da ist und der Letzte der geht und sei jederzeit da… und das dann auch noch mit stetig anderen Vorstellungen der jeweiligen Gruppe, denn ansonsten, daß werden mir Kollegen bestätigen, wird es zwar nicht dem Publikum, aber für einen selbst langweilig. 😉 Aus einem „mach das mal nebenbei“ wurde also recht schnell ein unglaublich anstrengender Job.

Hier ist der kleine Unterschied zwischen mir und vielen meiner Kollegen erkennbar. Je länger man dabei ist, desto mehr neigt man zum Auswendiglernen und zur Routine. Versteht mich nicht falsch meine Lieben, für…. z.B. Musiker ist es das Beste was geschehen kann! Weg vom Papier! Weg vom Notenständer! Die meisten Gitarristen die ich kenne, können so oder so keine Noten und nachdem sie ihre 4 Chords gelernt haben, müssen sie sich nur noch den Text in die Rübe schrauben und könnten danach auf der Bühne so frei wie möglich agieren (hier und da wird das Capo [ja, im Deutschen wird es mit „K“ geschrieben] mal verschoben). Ergo, so gerne man nicht lernen müssen würde (deswegen wurde man ja Künstler), heißt es dennoch, lerne und übe dich bis zum Erbrechen. Noch ärgerlicher, kein Schwanz sieht dich dabei. Positiv ist allerdings, bei der Reihe deines Versagens sieht dich auch niemand und das macht man halt solange, bis man es beherrscht.

Sozusagen, man kommt nicht um die Routine, man kann nichts anderes machen als sich tot zu üben, um danach improvisieren zu können. Nun gibt es so einige, die in einem Malstrom gefangen sind, denn sie wissen was funktioniert. Eine Spirale, in der ich mich stets befinde, denn man weiß nach einigen Jahren was funktioniert, oder hat es gar zu Hause einstudiert, jedoch soll es nicht einstudiert klingen und man soll nicht so klingen wie eine Jukebox. Sich nicht stetig wiederholen.

Musiker haben es da tatsächlich einfach, denn das Publikum will manchmal unbedingt exakt die gleichen Songs immer und immer wieder hören. Wir kennen das Phänomen. AC/DC, Metallica, ABBA, Beatles, Elvis, Led Zeppelin, Queen… ach was immer ihr da auch zu Hause hört, die haben uns gefälligst unsere Lieblingssongs zu präsentieren. Als solches haben wir, bevor wir ein Konzert betreten, schon fast eine Wunschliste im Kopf und wenn sie nicht abgeliefert wird, sind wir beinahe enttäuscht. Nur da ist der kleine, aber entscheidende Unterschied in den Künsten. Als Entertainer macht man nämlich exakt so etwas nicht. Man hat zu überraschen. Relativ ungeplant sich einer Masse zu stellen und diese, wie auch immer zu bespassen.

Ich kenne so manche Künstler (die ich liebe und schätze), deren Show kann ich mitreden. Jeden absichtlichen Fehler voraussagen, ich kenne deren Playlisten und deren „Improvisationen“. Sehr schnell merkte ich, ich möchte ein wenig weiter gehen. Vor allem als Erzähler! Die wahre Kunst ist es, Menschen zu überraschen und zu unterhalten, welche dich 20 Mal im Jahr sehen. Dummerweise sehen dich deine Kollegen so oft. 😉 Überasche die und das Publikum.

Lügen werde ich nicht, meine Freunde, denn auch ich habe viel zu oft das Schemata F im Kopf. Das Altbewerte was einfach funktioniert. Dinge, die man abspielen könnte, die der Gast auf Märkten vielleicht noch nicht kennt, oder nur ein… vielleicht zweimal im Jahr hört, oder halt auch einfach erwartet. Zudem mögen wir Menschen Rituale und welche Plattform ist dafür besser geeignet als ein Mittelaltermarkt?

Somit wäre es ein Leichtes gewesen sich einen Text zu überlegen, wie man einen Act ansagt und ihn einfach 3-4 Mal am Tage von sich zu geben. Warum sich die Arbeit stressiger machen, als sie so oder so ist? Die Antwort ist so einfach wie widerlich: Da ich, ich bin. Im Hinterkopf hat man halt seine Kollegen und die liebgewonnen Beschicker, die Lageristen welche flüstern: Echt jetzt? Wieder das?

Also sitzt man dort auf der Bühne, studiert das Publikum und versucht sich nach der jeweiligen Situation immer und immer wieder Neues aus den Fingern zu ziehen, wenn man gerade durch das sehr straffe Programm führt. Zwölf Stunden… gar nicht einmal so leicht, wie man denkt.

Kurz gesagt, Herold sein kann wirklich, wirklich anstrengend sein. 😉

Nachdem ich mich nun genug ausgeheult habe, kommen wir mal zum Rest. Irgendwie hatte uns das Wetter nicht so richtig lieb. Brüllende Hitze, hier und da mal durch leichten Regen unterbrochen und in der Nacht brach dann mal ein herzloses Gewitter aus. Jedoch zeigte sich das Publikum davon herzlichst unbeeindruckt, denn der Markt war einfach voll und geladen von guter Laune. Nur um zu zeigen das ich ihn eigentlich kann, habe ich selbst den Tourdion mitgetanzt (und jeder der mich wirklich kennt weiß, was ich von ihm halte)!

Bottomline ein herrlicher Markt. Danke an Möhre, der alles auf die Beine stellte, die Pummelelfen, Kasper, den ich viel zu selten sehe (und es war mir wieder eine Freude es zu tun), Oropher (was hatten wir Spaß [und paradoxe Gespräche und Themen in alle Richtungen <u.a. einen Marvel vs DC Diskurs, Berufsausbildungen, Plastik-, oder Holzmunstücke…..>]), der Kaisergarde Barbarossa und alle Anderen. Ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr!

Ps: Ich habe den ersten Wikinger kennen gelernt, der sich darüber aufregt, wenn man skandinavische Geschichten erzählt, die über Pfaffen herziehen, da er es als Angriff auf sich ansah (das Ganze in einem christlichem Lager…. also hätten die sich beschwert, hätte ich es verstanden). Ich… habe es bis zur jetzigen Stunde nicht verstanden, aber vielleicht kann man dieses Paradoxon irgendwann für mich auflösen.

Warendorf 15.-16.07.2017

Es geschieht selten, daß ein totgeglaubter Markt aus seiner eigenen Asche aufersteht; doch selten heißt nun einmal nicht nie. Nur wenige Dramatiker hätten es besser, oder schlechter beschreiben können, was dort geschah. Warendorf hat irgendwie alles und was sich zeigte, vor allem Familie!

2014 haben wir uns zum letzten Male dort getroffen und direkt danach wirkte es so, als wenn das Schicksal es wollen würde, daß Warendorf in der Form nie wieder einen Mittelaltermarkt erleben sollte. Nun gibt es allerdings Menschen, die lassen sich von Kerlen in schwarz so gar nicht beeindrucken, egal ob sie nun mit der Sense rumschwingen oder nicht und „SO“ sprechen. An dieser Stelle meinen tiefsten Respekt an meinem Freund Ralph Damke, der sich einfach nicht unterkriegen lässt und sich durchbeißt, egal was ihm das Universum so beschert. Kämpfernatur wäre da ein beinahe zu schwaches Wort und dich über die alten Gründe flanieren zu sehen, war durchaus beeindruckend.

Für Alle die nun eine Mockumentary über Anfahrtsgeschichten erwarten sei gesagt, nö! Ich reiste mit dem Wagen und das… ohne Scherz, ist wirklich langweilig und effektiv. So gerne ich unserem (?) Planten einen Gefallen machen würde, ist und bleibt die DB das langsamste und teuerste Instrument des Reisens. Also…. obwohl man auf Eigenbestimmung der Abfahrtzeit verzichtet, einen Scheiß auf funktionierende Klimaanlagen, existierende Internetverbindung und Radiowellen gibt, zahlt man mehr und braucht länger!

Ich komme nun ein wenig vom Thema ab, aber was stimmt in unserem Land nicht, daß die Öffis, die den Namen des Landes mehr oder minder stolz tragen (dürfen?), dafür bekannt sind nicht nur zu spät zu kommen, sondern auch noch mehr zu kosten, als eine grottige Benzinschleuder?

Zurück zum Thema Mittelaltermarkt. Man hat nun diesen Ort seit Jahren nicht mehr betreten und dennoch kannte man jeden kleinen Weg. Ohne nachzudenken wusste man exakt wohin es geht und wo man ist und tatsächlich ist es wie eine Zeitreise-Zeitreise. Wissend, wo seine Wahnsinnigen sind, trottet man kurz über den Markt um sie zu grüßen, wissend das man das komplette Wochenende immer wieder Freunde treffen und grüßen würde.

An dieser Stelle, Danke an Frendskopp, Genglar, Jeremias, Emscherflute (die sind für die Mücken verantwortlich), Ceron, des Wahnsinns fetter Beute und jeden den ich vergessen habe. Es war ein Fest wieder mit euch Warendorf zu feiern.

Zudem habe ich nun ein neues Schild, welches sagt, pSychO würde alles bezahlen. Ich suche den Kerl immer noch!

Ebenfalls vor Ort, die mit Abstand beste Taverne in unserem kleinem Lande, die Koboldschmiede. Beide Wirte bekamen einen spontanen Schweißausbruch als sie erfuhren, ich würde dieses Mal nicht in ihrer Behausung übernachten und schleppten spontan drei Fässer zurück in ihren LKW und vernichtete die für mich produzierten Kerbhölzer von eher läppischen 26,5169 Metern.

Zurück zum Markt. 😉 Bei gefühlten angenehmen 30° im Schatten unterjochte man sich der längsten Markteinleitung des Lebens. Die Schafsfelle wurden nicht einzelt vorgestellt und die Steine nicht einzelt erklärt, aber ansonsten kannte danach jeder jeden! Es gab Nägel von Ständen die ich zuvor nicht kannte und plötzlich mit ihnen per du war.

Hier und da hakte es noch ein wenig, deshalb agierte ich am Samstag eher als Walking Act….. in …. ähm….. so einer Spelunke die ich nicht kenne und stellte fest, man sollte nie Kollegen herausfordern wenn es um dumme Sprüche geht, denn sie sind dümmer als man selbst und feuern die Armada ihrer Munition jederzeit ab. JEDEN nie erdachten Spruch!

Kurz ausgedrückt, heavens hatten wir Spaß!

Man hatte soviel Stress, daß es beinahe schwer ist, die ganze Zeit im Badezuber zu rechtfertigen, aber einmal im Jahr muss man sich ja auch einmal waschen und wenn man unter vier Stunden im Zuber sitzt, gilt es ja so oder so eher als duschen!

Alles in Allem ein hoch entspannter Markt. Danke DubiWa für die Einladung (nächstes Jahr gerne wieder) und eine riesen Verbeugung für die Gäste, es war herrlich mit euch.

Lennep 10. – 11.06.2017

Zum 5. Male nun fand in Remscheid, Lennep die Feyerei statt. Die Anreise wäre vollends unspannend gewesen (ich fange an die Bahn immer mehr zu meiden und dann läuft es halt einfach wesentlich fließender), gäbe es im Vorfeld nicht eine recht amüsante Begebenheit.

Ich bin mal ganz offen und ehrlich. So im Laufe der Zeit wird man halt schon ein wenig routiniert wenn es um Auftritte und Aufgaben geht. Das wird jeder nachvollziehen können, der einen Beruf länger als ein halbes Jahr ausgeübt hat. Hinzu kommt, daß ich eher resistent gegenüber Lampenfieber bin und somit eher herzlichst wenig Vorbereitungszeit brauche (auch wenn ich sie sehr oft wirklich genieße). Zudem mag ich es in letzter Zeit irgendwie immer mehr, ein schönes, weiches Bett (passiert wenn man in den Jahren irgendwie schon überall mal geschlafen hat [und ich meine überall! Im Zelt, im Heu, einfach so unter Bäumen, auf der Bühne, unter der Bühne, im Badezuber, im Kofferraum, in lustigen Kinderhäusern auf Spielplätzen, auf Bahnhöfen, in Hotels, Hostels, Wohnwagen… ich glaube ihr versteht was ich meine]) zu haben, vor allem wenn der Auftrittsort so nah ist. Als dann die Frage einer lieben Freundin kam, ob ich schon am Freitag (der Aufbautag) da sein würde, um einfach mal den Abend als lustig zu titulieren und am Lagerfeuer zu sitzen, kam von mir ein prompt striktes „nein“. Zudem musste ich noch die neueste Doctor Who Folge schauen (Prioritäten müssen gesetzt werden 😉 ). Dann überlegte ich kurz… und sagte ihr, sie könnte dem Veranstalter ebenfalls sagen, daß es nicht so ganz mit der Marktbesprechung zeitlich passt (mein Fahrer wollte ebenfalls nicht sooo früh aufstehen und nun kommen wir zu dem routiniert: Was kann da schon erzählt werden, was man nicht auch so 5 Minuten vor dem Auftritt erfahren könnte [oder so oder so schon weiß <während der ersten zwei Stunden kann man als Erzähler auf einem Markt nicht arbeiten, warum also fünf Stunden zu früh da sein {Hand aufs herz… würdet ihr gerne fünf Stunden vor eurer EntschuldigungArbeit auf der Arbeitsstelle sein)>]?). Meine altbekannten Marktmuttis konnten auch nicht direkt morgens aufschlagen (die hatten die faule Ausrede arbeiten zu müssen) und pflichtbewusst wie die Anna von Mors Certa nun einmal ist, schrieb sie uns Dreien dann auch direkt zwei Entschuldigungen (auf Nutellakartons), fürs zu spät kommen und reichte sie bei der Orga ein. Man muss diese Frau lieben.

Somit war schon einmal der längere und vollkommen entspannte Morgen gesichert (in der ich definitiv nicht Attack on Titan geschaut, sondern mich in die Literatur von Wilde, Montesquieu und Gehlen vertieft habe). Chauffeur stand direkt vor der Tür, ab auf die Autobahn. Mangels Alternativen Burger und Eiskaffee auf den Weg gekauft (ohne Schleichwerbung machen zu wollen, aber können wir uns darauf einigen das auf ALLEN Gaststätten mindestens zwei Mr. Brown zu stehen haben? Danke.) und dann… waren wir auch schon da. Mutig mal lustig andere Wagen Marktaktiver zugeparkt (denn…. die bleiben ja so oder so den ganzen Tag da und der Parkplatz ist halt einfach… nah) stürzte man sich ins Getümmel.

Wie es sich für Lennep gehört, sah man all die alten Verdächtigen.

Die Pummelelfen.

Eulental (die ich tatsächlich nur einmal im Jahr, genau auf diesem Markt sehe [und immer noch keine CD habe])

Mors Certa (die Kampftruppe mit einer Matronin, die härter ist als der Rest [dafür lustige Entschuldigungen schreibt])

Fadenreich

Sacre blöh (die werden spätestens in zwei Wochen so oder so einen anderen Namen haben 3:) )
Plus die ganzen Lager, Beschicker und Mitmachwerkstätten.

Kurz gesagt: Daheim!

Sehr schnelle Begrüßungsrunde gemacht (Markteröffnung war nun nicht mehr soooo weit hin), noch schnell das Willkommens Unlicht bei Unlicht abgeholt und nach 30 Sekunden Schnellbesprechung mit Charly, ging es dann auch schon unter Dudelsackmusik los.

Bei sehr, sehr sonnigen Wetter begann man unter altbekannter Dudelsackmusik und Davulgeschlage den Markt. Sehr schön.

Addendum zu den für euch aufgetretenen Künstlern: Am Samstag war der Narrenkai da (was mich sehr gefreut hat, denn den Knaben sehe ich wirklich selten [keiner von uns beiden wußte mehr, wann wir uns das letzte Mal wo gesehen haben]) und am Sonntag der Zauberer Heiko (ein herrlicher Gesell, der aus dem Grinsen den ganzen Tag nicht raus kam).

Apropos Unlichts Unlicht (für die Uneingeweihten, es handelt sich dabei um ein Honigbier namens Unlicht und kommt von Unlicht), meinem Chauffeur schmeckte es auch. Sogar sehr (werde ich eigentlich für Werbung bezahlt? [um der Wahrheit die Ehre zu geben…. ja]). Ich sippte so an meinem ersten rum, da holte sie nach. Als mein erstes dann endlich mal verschwunden war, war irgendwie klar, zurück nach Hause komme ich heute nicht mehr.

Ich würde jetzt gerne sagen, Plan B trat in Kraft, aber irgendwie strande ich zu oft in der Weinlaube, als das man es improvisiert nennen kann (an dieser Stelle ein berechtigtes Danke an Jürgen). Somit hieß es am Samstagabend Spaß mit dem Publikum haben und Abends sehr, sehr lange mit den Kollegen den ganzen Stress abbauen (böse Zungen sprechen vom Feiern und Zechen). Hier und da gesungen, Schwachsinn gemacht, Mors Certas Fleischreserven noch gekillt (beinahe einen Herzinfarkt bekommen als sie meinten, sie hätten mir etwas mit Erdnüssen untergejubelt [NICHT lustig]) und als dann alle tot waren, den Abend auch mal Abend sein gelassen.

Meine Prämisse bei den Berichten bleibt, ich beschreibe keine Auftritte. Wenn ihr diese erfahren wollt meine Freunde gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Seit dabei und erlebt sie! Es war wirklich, wirklich lustig. Dennoch erwähnenswert: Während des Tavernenspieles kam dann noch eine sehr winzige Triskehle Reunion zusammen, als Regine sich einfach mal zu den Bands mit der Laute neben den Guppy stellte, Margo mit der Kasu sich daneben drang (klang gestimmter als so mancher Marktsack) und ich mit einer Nasenflöte mich einfach mal reinzwang.

Kurzum, es war mal wieder lustig und göttlich!

Danke an alle Kollegen und liebe Freunde die dort waren und besonders natürlich an Charly, der dieses Fest seit fünf Jahren für uns, äh, für euch… für euch natürlich auf die Beine hieft.

Bis nächstes Jahr!

Lingen 03. – 04.06.2017

Der Prophet kehrt zur Heimat zurück!

… mal wieder und wenn nicht zum Kivelingsfest, wann denn dann?

Man setzt sich einfach in den Zug, fährt die recht geradlinige Strecke von Dortmund zu seiner Geburtsstadt, latscht einmal durch die Innenstadt (klingt jetzt nach einer Weltreise, aber die Innenstadt von Lingen ist… sagen wir mal übersichtlich [vor allem wenn man absolut JEDE Abkürzung kennt {die man zum Beispiel als Balg nahm, um die Bullen abzuhängen, da man mal wieder mit dem Fahrrad durch die City fuhr <was ich nie gemacht habe… wie mir mein Anwalt gerade sagt>}]) und schon ist man da! Leichter geht es ja kaum… wäre da nicht die Deutsche Bahn. Davon mal abgesehen, daß es nach wie vor nicht möglich ist, in den U-Bahnschächten einfach mal Tickets außerhalb des VRR Bezirkes zu kaufen (obwohl da DB Automaten stehen), damit einen vollkommen unnötigen Umweg über die Gleise machen muss, nur um dann festzustellen, daß die verfluchte U-Bahn einfach mal ausfällt. Da es keine Ansagen gibt wenn so etwas geschieht, steht man einfach nur dämlich lang im Tunnel rum und stellt fest, da kommt was nicht.
Den Fahrplan im Kopf, merkt man, die komplette Fahrt würde nicht so klappen, wie man es sich vorgestellt hat, also hechtet man zu den S Bahnen, natürlich nur, um die passende Bahn zu verpassen. Wieder zurück in dem Tunnel, holt man sich also die Folgeverbindung, damit man schließlich zu spät am Hauptbahnhof ankommt, damit man seinen Zug noch „Auf Wiedersehen“ zuwinken kann. So etwas macht für die Bahn aber nur Sinn, wenn der darauf kommende Zug Verspätung hat, da vor Wochen irgendwo mal ein Zug entgleist ist. Ist ja auch logisch. Immerhin kommen Züge schon zu spät, wenn der Wetterbericht vor Schnee warnt (es muss dafür nicht schneien… eine Warnung reicht der DB schon), also kann, nein muss man sich ebenfalls verspäten, wenn vor #%&!§! Wochen, ein Gleis beschädigt war.

Bis zu dem Zeitpunkt 90 Minuten Verspätung und man hat die Hummelstadt nicht einmal mehr verlassen. So kann der Morgen beginnen. Dafür hatte ich allerdings auch noch nicht gefrühstückt und mein Kaffee war alle. Gar kein Problem, denn immerhin hatte ich kein Kleingeld und den Bäckern waren meine Scheine zu groß. Perfekt.

Der Plan wurde umgeschmissen und ich stieg dann ab Münster in einen Wagen um. Zwar definitiv zu spät kommend, wurde die Anfahrt ab diesem Zeitpunkt immerhin ein wenig besser. Deshalb werde ich an dieser Stelle nicht erwähnen, daß der Hbf Münster natürlich noch eine komplette Baustelle ist und man nicht eine einzige Handlung von Renovierungsarbeiten sehen kann…. die sind ja auch erst zwei Jahre dabei. Also man sieht schon eine Baustelle, nur halt keinen Fortschritt.

Zurück zum Wagen. Entlang gefühlten 687631 Blitzern, schob man sich Richtung Emsland. Von der Stadtgrenze bis zur Innenstadt, waren es dann nur noch 3 Autofotografen und schon war man da. Mit da, meine ich tatsächlich da, denn der (reservierte) Parkplatz war vom Auftrittsort maximal 100 Meter entfernt. Von dem Moment an wurde es entspannt.

Zwar hatte man meinen Naturjoghurt nicht dabei (ich habe da tatsächlich eine kleine, lustige Klausel in meinen Verträgen), schob man mir dann allerdings direkt 20 Verzehrkarten zu und der Tag konnte beginnen.

Zu Hause! Einfach mal 4 kleine Auftritte machen und schon ist Sonntag! Also der erste Auftritt war um 11:30 und der letzte bereits um…. ähm 00:30. Ein kurzer Arbeitstag… wenn man so möchte.

Dafür war das Publikum allerdings sehr dankbar.

Dennoch war irgendwie alles gut. Während ich durch die Straßen meiner Heimatstadt schleichte, merkte ich, daß ich sie noch mehr als gut kenne und irgendwie mit etlichen Häusern und Gassen so einiges verbinde. Pflichtbewußt wurde Macchurius aufgesucht (das… hat so seine eigene Geschichte) und man schaute sich so um, was sich alles nicht verändert hatte. Hätte man es in schwarz/weiß gedreht, wäre eine Twilightszonefolge daraus geworden.

Die Zusammenarbeit mit den Burglöwen war ebenfalls mehr als problemlos und sie versuchten tatsächlich alles, damit man so gut wie möglich arbeiten konnte. Die Bühne war jedes mal gut besucht (an dieser Stelle: Danke Lingen. So etwas ist nicht selbstverständlich) und der Rest machte meine Flüsterstimme. So langsam pendelt sie sich nach meinem Zigarettenverzicht ein wenig neu ein.

Als kleiner Bonus waren noch liebe, alte Kollegen anwesend, die man seit Jahren nicht mehr sah. Sonor Teutonicus! Nette Menschen, herrliche Musiker (welche natürlich meinen Musikwunsch nicht erfüllten). Es war wirklich schön euch mal wieder zu sehen (aus dem: „So, ist spät, ab ins Bett wurde dann halt… einen trinken wir noch und dann… also nach diesem dann wirklich…. wie viel Marken haben wir noch?).

Tiefster Respekt ganz nebenbei an die Orga. Vor allem wenn man bedenkt, daß sie es eigentlich nicht professionell machen, tunkten sie die Stadt durchaus in mittelalterliche Federn und es lief bei weitem fließender, als ich es von so einigen hauptberuflichen Veranstaltern gewohnt bin.

Sehr, SEHR besonderer Dank gilt den Toilettenwagen. Trotz des Andrangs mehr als glänzend und nahezu luxuriös. Sie hatten die geniale Technik es schlichtweg unisex zu machen und somit viel mehr Platz für Klos zu schaffen. Ergo gab es selbst bei Vollauslastung keine Wartezeiten. Wasserhähne waren außen und man konnte dort ALLES haben. Seife, Bürsten, Desinfektionsmittel, Feuchtigkeitscreme, Sonnencreme…. ALLES!

Fazit: Ein sehr schönes Wochenende und sehr gerne in drei Jahren wieder.